2011 DIE FRAU ZWISCHEN OHR UND NASE - HÖREN FRAUEN ANDERS?

Gesundheitsvortrag als Clubabend am 11.04.2011 im Industrieclub

 

Die Frau zwischen Ohr und Nase –

Hören Frauen anders?

 

„Nicht hören können macht einsam!“ – Mit einem eindringlichen Appell eröffnete Frau Professor Dr. Anette Weber den Themenabend zu HNO-Erkrankungen bei Frauen. 70 Soroptimistinnen aus 15 Clubs einschließlich Gästen waren am 11. April 2011 in den Industrieclub Düsseldorf gekommen, um sich bei der Chefärztin und Ärztlichen Direktorin am Sana-Klinikum Remscheid über Krankheitsbilder, Therapien und Vorsorgemöglichkeiten zu informieren. Eingeladen hatte der SI-Arbeitskreis Gesundheit im Bezirk III unter Leitung von Dr. Irene Görttler-Krauspe gemeinsam mit Soroptimist Düsseldorf 2000 e.V.

 

Gleich zu Beginn machte Professor Weber eines deutlich: Frauen hören tatsächlich besser als Männer. Laut aktueller Forschung liegen die Ursachen dafür einerseits in den geringeren Lärmbelastungen am Arbeitsplatz und andererseits in der Tatsache, dass Frauen aufgrund der angeborenen Mutterinstinkte grundsätzlich über besser ausgebildete Sinnesorgane verfügen.

 

Neben den geschlechtsunspezifischen Gründen für Schwerhörigkeit wie Fremdkörper, Ohrenschmalz oder Exostosen (Knochenwuchs) gibt es auch frauenspezifische Ohrenleiden.

Leider gar nicht so selten kommt es zu einem häufig links auftretender Trommelfelldefekt, der durch grobe Gewaltanwendung (z.B. Ohrfeigen) bei weiblichen Mißbrauchsopfern verursacht wird.

 

Unter der sogenannten „Otosklerose“ (Versteifung und Verknöcherung der Gehörknöchelchen) leiden doppelt so viele Frauen wie Männer. Grund hierfür kann sowohl eine hormonelle Beeinflussung als auch eine genetische Komponente sein. Professor Weber machte deutlich, dass der komplizierte, therapeutische chirurgische Eingriff nur unter Vollnarkose ratsam sei, da die Patientin möglichst ruhiggestellt sein muß, um die Gefahr einer operationstechnisch bedingten Verletzung, die unweigerlich zur Ertaubung führt, zu minimieren.

 

Die „bekannten“ Hörstörungen Tinnitus und Hörsturz sind bei weitem nicht so erforscht wie man annehmen könnte, daher warnte die HNO-Fachfrau vor aufwändigen Therapiemaßnahmen mit spekulativen Erfolgsaussichten. Das seriöseste Hilfsmittel sei hier immer noch das Hörgerät, das man/frau mittlerweile in Mini-Größe nahezu unsichtbar im oder hinter dem Ohr tragen kann.

 

Auch im Nasen-Rachen-Bereich machte Professor Weber auf typisch weibliche Phänomene aufmerksam: Zum einen verfügen die Frauen über ein generell besser ausgebildetes Riechorgan. Zum anderen macht sich eine stetig zunehmende Zahl an Kehlkopf- und Rachenkrebs-Patientinnen bemerkbar. Dies ist im wesentlichen dem gestiegenen Alkohol- und Nikotinkonsum bei Frauen geschuldet, eine aktuelle US-Studie sieht vor allem die Altersklasse zwischen 18 und 45 Jahren betroffen.

 

Am Ende des informativen und unterhaltsamen Vortrags gab es auch noch zwei Gemeinsamkeiten zum Schmunzeln: Frauen können ebenso wie Männer in den Stimmbruch kommen, und: Ab dem 55. Lebensjahr schnarcht jede vierte Frau – was im Publikum große Heiterkeit hervorrief.

 

Bei einem derart populären Thema gab es natürlich viele Fragen, die Professor Weber auch noch beim anschließenden flying buffet zwanglos und kompetent beantwortete.

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