Utes Besuch bei den Soroptimistinnen in Georgien im Mai 2012

Text von Dr. Elke Schildberg, SI Gelsenkirchen-Buer:

Georgien auf dem Weg zur Demokratie...

- 11 Jahre soroptimistische Erfahrungen in Georgien -

 

1995 war ich zum ersten Mal in Georgien. Ich war damals Unionspräsidentin und wurde von Gisela Freudenberg, der damaligen Föderationspräsidentin gebeten, sie zu begleiten und die Deutsche Union bei der Charter des 2. georgischen Clubs in Tiflis zu vertreten.

 

Eduard SHEWARDNADZE, der damalige Präsident der jungen Republik. empfing uns als Soroptimistinnen. In diesem Gespräch kam zum Ausdruck, wie schwer es ist, ein ehemaliges kommunistisches Land zu transformieren: Die wirtschaftliche Entwicklung kommt einfach nicht voran, weil tief eingegrabene Denkstrukturen Eigeninitiative und Leistung hemmen.

 

Einer Organisation, wie der unsrigen, kommt dann in einem solchen Land, zu einem solchen Zeitpunkt, eine Bedeutung zu, die wir zu Hause einfach nicht haben.

 

Shewardnadze sagte damals und das umreißt die Situation am besten:

 

" ....Die Idee von SORORES AD OPTIMUM, d.h. Frauen auf der Suche nach dem Besten, kommt wie ein frischer Wind an einem Tag, der normalerweise von weltweiten Veränderungen, Unsicherheiten und vielen Tragödien überschattert ist.

Augenblicklich gewinnen die NGOs an Einfluss und ihre Aktivitäten sind zu einer fühlbaren und wichtigen Dimension des öffentlichen Lebens geworden....

Wir selbst sehen uns erschreckenden Problemen gegenüber:

Wir haben 300 000 Flüchtlinge im eigenen Land, die rücksichtslos aus ihren Häusern und ihrer Heimat in ABKHAZIA vertrieben wurden. Episoden von Terrorismus untergraben unsere Bemühungen, eine Rechtslage einzuführen und damit die Menschenrechte zu garantieren und zu sichern. Wir kämpfen gegen die landsame und schwerfällige Gangart, die die öffentliche Mentalität uns bei der Umwandlung und dem Wechsel auferlegt, und als Staatsoberhaupt sehe ich mich dem Problem gegenüber, dass anscheinend jeden Tag eine andere unpopuläre Entscheidung zu treffen ist. Nichtsdestoweniger, mit der Hilfe der Vereinten Nationen, der verschiedenen europäischen, sowie der regierungsunabhängigen Organisationen und anderen freundlichen Nationen der Welt können wir der Zukunft mit Optimismus, gepaart mit Realismus, entgegensehen...."

 

Das war 1995.

Eduard Shewardnadze ist es nicht gelungen, das Land auf einem gradlinigen Weg in eine stabile Demokratie zu führen.

 

Ein kurzer Rückblick in die Geschichte zeigt uns die Entwicklungen:

 

337 wurde Georgien bereits zum Christentum bekehrt (Hlg Nino aus Kappadokien).

Das kleine Land, zwischen dem Schwarzen und Kaspischen Meer gelegen, im Norden begrenzt von Russland, im Süden von der Türkei, Armenien und Azerbaijan, erlebt eine Hochkultur im Mittelalter (ca 1000-1200).

Festungen, Kirchen, Akademien und Klöster werden gebaut.

Die Goldschmiedekunst, die Literatur (Schota Rustaveli "Der Mann im Pantherfell") und Musik erleben ihren Höhepunkt.

Es folgen Vernichtungsfeldzüge der Mongolen und die Eroberung durch die Osmanen, damit endet die georgische Blütezeit.

Es folgt noch einmal eine kurze Zeit der Wiedergeburt des georgischen Königtums, man sprach vom "Silbernen Zeitalter" im 17./18.Jhd.

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